Im lndoor-Bereich geht es
manchmal blitzartig schnell: Eine warme und feuchte
Umgebung ist ein Paradies für Parasiten. Ob Blattläuse,
Spinnmilben oder Trauermücken, alle vermehren sich mit
rasender Geschwindigkeit. Die Schädlinge wandern mit der
Erde ein oder mit neuen Pflanzen, sie kommen durch die
Lüftung, schwimmen in der Gießkanne oder hängen am Pulli
des Pflanzers. Der hat das Nachsehen, wenn er auf den
ersten sichtbaren Befall nicht sofort reagiert und
Gegenmaßnahmen ergreift. Innerhalb kürzester Zeit ist eine
vorher gesunde Pflanzung ruiniert, wenn die Schädlinge
darin ungehindert tun und lassen dürfen, was sie wollen.
Keine Sorge: Es gibt mehrere Möglichkeiten, den
Schmarotzern beizukommen.
Abschreckende Duftpräparate, ...doch unter unseren
Hanfparasiten findet sich lediglich die Blattlaus, die
Lavendeldüfte verabscheut. Wer Lavendelsträucher im Garten
hat, kann versuchen, mit ein paar Ästen davon im
Pflanzraum einen lausfeindlichen Geruch zu erzeugen.
Beim biologischen Verfahren kommt es ausschließlich auf
den Einsatz lebender Organismen an. Verschiedene Nematoden,
Schlupfwespen, Raubmilben und andere Nützlinge machen
Schluss mit den Parasiten. Sie sind gründlicher und
arbeiten selbständig. Der Gärtner muss sie nur in seinem
Pflanzraum aussetzen und für nützlingsfreundliche
Bedingungen sorgen. Diese sind aber gleich wie die für
Schädlinge, so dass der Aufwand nicht zu groß ist. Die
Temperaturen dürfen nicht unter 15 Grad Celsius fallen,
sonst verweigert die Schädlingspolizei den Zugriff. Es ist
auch ratsam, für kurze Zeit den Ventilator abzustellen,
wenn die Nützlinge angekommen sind, damit sie sich rasch
aklimatisieren können.
Wie kommen die Tierchen zu ihrem Einsatz? Im Growshop oder
im Gartenfachhandel gibt es Bestellkarten für die
nützlichen Räuber. Eine Beratung sicher gratis dazu, damit
nicht die falschen Schädlingsvertilger bestellt werden.
Die Karten füllt man mit der Heimatadresse aus, bezahlt
sie an Ort und Stelle und schickt sie ab. Ein paar Tage
später sind die Parasiten-Piraten schon da. Sofort nach
der Lieferung müssen sie an ihrer Arbeitsstelle platziert
werden, damit sie sich gleich satt essen können. Nur so
ist für ausreichenden Nützlings-Nachwuchs gesorgt.
Wenn sie nach erfolgreicher Tätigkeit die Schädlingsplage
erledigt haben, gehen sie ein, weil sie keine Nahrung mehr
finden. Eine relativ saubere und wenig aufwendige Lösung -
wenn man seine Pflanzen nicht gerade im Schlafzimmer
pflegt.
Mit Chemie bezeichnet man grob alles, was es in Flaschen
zu kaufen gibt. Auch Mittel mit natürlichen Rohstoffen wie
Fettsäuren, Rapsöl, Pyrethrum und Lecithin gehören genau
genommen zu dieser Gruppe. Allerdings sind sie für die
Umwelt gesünder anzuwenden als die synthetischen
Pflanzenschutzmittel. Doch auch bei diesen gibt es riesige
Unterschiede in Zusammensetzung und Gehalt, so dass man um
eine Beratung beim Fachmann nicht herumkommt.
Zur biotechnischen Methode gehören Fallen, die entweder
durch Duftstoffe oder Farben die Schädlinge anziehen und
dann mit Klebstoff festhalten wie Gelbtafeln.
Gegen Weiße Fliegen und Trauermücken helfen Gelbtafeln
oder Gelbsticker. Es gibt sie zum Aufhängen zwischen den
Pflanzen oder zum Einstecken in den Boden. Gegen die
Larven der Weißen Fliege, die an den Blattunterseiten
sitzen, sind Ölpräparate oder Blattglanz-Sprays hilfreich.
Vorsichtig einsprühen, einwirken lassen, und die Pflanze
nach der Behandlung von unten her abduschen, um letzte
Reste des Mittels und die toten Larven abzuspülen. Larven
der Trauermücken im Boden werden zuverlässig durch
Nematoden beseitigt. Dem lästigen Thrips, auch Blasenfuß
genannt, kriegen wir mit einer Blautafel. Er steht nämlich
nicht auf gelbe Fallen.
Blattläuse bekämpft man am besten gleich durch ein
Tauchbad, versetzt mit ein paar Tropfen eines Spülmittels,
oder mit scharfem Wasserstrahl. Sollten sich beim Outdoor
Ameisen eingefunden haben und sie schleppen schon
Blattläuse hin und her, um sie an den fettesten Stellen
der Blätter saugen zu lassen, wird's Zeit das unterste
Stück vom Stamm mit doppelseitigen Klebeband zu versehen (hähä).
Wechsel es hin und wieder vorsichtig.
Hausmittel aus Omas Gerüchteküche: Wer das Nötige im Haus
hat, kann es auch einmal mit einer Spritzbrühe versuchen:
SEIFENLAUGE
300 Gramm reine Schmierseife in zehn Liter heißem Wasser
auflösen, einen halben Liter Spiritus sowie einen
Esslöffel Kalk und einen Esslöffel Salz hinzufügen. Rühren
und abkühlen lassen. Unverdünnt auf die Blattläuse sprühen.
BRENNESSEL
3-4 Brennesselpflanzen in kaltem Wasser einige Tage ziehen
lassen. Wenn's tüchtig stinkt, die befallenen Pflanzen
damit besprühen
|